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Was ist der Unterschied zwischen einem Porro- und Dachkantprisma?

Alle in Ferngläsern eingebauten Prismen, gleich welcher Bauart, haben die Aufgabe, das vom Objektiv erzeugte kopfstehende und spiegelverkehrte Bild  wieder aufzurichten. Auf dem Markt haben sich zwei Systeme etabliert – das Porroprisma und das Dachkantprisma. Für den Gelegenheitsbeobachter wird sich die Frage nach der Bauform der Prismen meist gar nicht stellen. Um es ganz klar vorweg zu sagen: Keines der beiden Systeme ist besser oder schlechter. Mit beiden Systemen lassen sich hochwertige Ferngläser ausgezeichneter optischer Qualität herstellen. Doch wo liegen nun die Unterschiede?

fernglasfreunde.de Porro Fernglas Das Fernglas nach dem Porro-Prinzip ist die ältere und klassische Bauart. Das vom Objektiv einfallende Licht wird vom ersten Prisma um 90 Grad seitlich innerhalb des Fernglases reflektiert und zum zweiten Prisma gelenkt. Nach einer erneuten Reflexion (wiederum um 90 Grad) gelangt der Lichtstrahl über das Okular in unsere Augen. Ferngläser mit einem Porro-Prismensatz erkennt man daran, dass sich die Objektive und Okulare nicht in einer Linie befinden, sondern zueinander versetzt angeordnet sind.

Die Vorteile der Porro-Prismen-Ferngläser lassen sich wie folgt beschreiben. Aufgrund der für diese Gläser typischen Bauform des Fernglasgehäuses wird von vielen Personen diesen Gläsern eine gute Handlichkeit bescheinigt. Gute Porro-Prismen erzeugen im Bereich von 10m – 100 m ein sehr räumlich und plastisch erscheinendes Bild und können mit einem etwas größeren Gesichtsfeld punkten.

fernglasfreunde.de Dachkant Fernglas Bei einem Dachkantprisma-Fernglas durchläuft der Strahlenhang zwei Prismen, die unmittelbar nebeneinander angeordnet sind. Sein Verlauf nimmt dabei die Form eines Hausdaches an, daher die Bezeichnung für dieses Prismensystem. Die Weiterleitung des einfallenden Lichts geschieht hier durch Spiegelung an mindestens einer Fläche. Insgesamt durchläuft der Lichtstrahl fünf Reflexionsflächen. Um Verluste an diesen auszugleichen, müssen diese mit einer hochwertigen Vergütung versehen werden. Das macht die Herstellung von Ferngläsern, die nach dem Prinzip des Dachkantprismas aufgebaut sind, aufwändiger und damit teurer als vergleichbare Porroprismen-Ferngläser.

Aber dafür bieten Dachkantprismen-Ferngläser den Vorteil einer kompakteren Form des gesamten Instruments. Das optische System, bestehend aus Objektiv, Prismensatz und Okular liegt jetzt in einer Geraden. Für kleinere Hände bietet dieses eine bessere Handhabbarkeit. Die bei diesem Prinzip angewendete Innenfokussierung macht es möglich, das Fernglas konstruktionsbedingt besser vor Staub und Feuchtigkeit zu schützen. Und schließlich ist es das geringere Gewicht, welches bei der Kaufentscheidung eine Rolle spielt. Doch für welchen Fernglastyp man sich letztendlich entscheidet – die wichtigsten Kriterien beim Kauf sind die optischen Parameter und deren Umsetzung in einer qualitativ hochwertigen Verarbeitung.


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