Stellen Sie hier Ihre Frage oder durchsuchen Sie die vorhandenen Beiträge

Wie lassen sich nicht parallele Achsen justieren?

Die Frage "Wie lassen sich nicht parallele Achsen justieren?" wurde von einem Gast gestellt.

Besitzer eines Fernglases wissen die Vorzüge ihres Instruments zu schätzen. Neben seiner Unkompliziertheit ist es vor allem seine Robustheit, mit denen es punkten kann. Trotzdem kann es passieren, dass das gute Stück plötzlich eine fehlerhafte Abbildung oder gar Doppelbilder zeigt. Meist ist dies auf eine Erschütterung oder ein Fallenlassen zurückzuführen. Wenn die Objektive und Okulare unbeschädigt sind, sind mit großer Wahrscheinlichkeit lediglich die Prismen desjustiert. Dieser Fehler lässt sich jedoch auch vom Nichtfachmann beheben, wenn nur vorsichtig zu Werke gegangen wird.

Wenn der Strahlengang nicht mehr parallel verläuft, kommt es zu erheblichen Abbildungsfehlern. Diese machen sich durch versetzt erscheinende Bilder bemerkbar, sowohl horizontal als auch vertikal. Zur Kontrolle sollte man ein weit entferntes Objekt anvisieren, welches  waagerechte und  senkrechte Linien zeigt. Hierzu eignen sich am besten Häuser und andere Bauwerke. Dann schließt  man abwechselnd das rechte bzw. linke Auge. Bei einem dejustierten Fernglas scheinen die beiden Bilder hin und her zu springen, im schlimmsten Fall sieht man zwei getrennte Bilder. Da die Objektive und Okulare unverrückbar in ihren Fassungen sitzen, sind es die im Fernglas befindlichen Prismen, die schon bei minimaler Fehlstellung die genannten Effekte hervorrufen.

Die Justierung eines Fernglases erfordert etwas Geduld. Die Montage auf einem Stativ ist dabei sehr hilfreich. Nachdem das Glas sorgfältig auf das Testobjekt scharf gestellt wurde, kann mit der Justage begonnen werden.  Benötigt werden hierzu zwei kleine Feinmechanik-Schraubendreher. Die zwei Justierschrauben selbst befinden sich am Gehäuse in der Nähe der Okulare, sind aber oftmals durch eine Gummiarmierung verdeckt.

Mit den beiden Schraubendrehern wird jetzt ganz langsam an den Justierschrauben gedreht, bis die beiden Halbbilder wieder zur Deckung gebracht worden sind. Diesen Vorgang wird man mehrmals wechselseitig wiederholen müssen. Zum „Feintuning“ wird das Objekt wieder abwechselnd mit beiden Augen betrachtet. Horizontale und vertikale Linien dürfen jetzt nicht mehr hüpfen, sondern sollten nunmehr beim Betrachten keine Bewegung mehr erkennen lassen.

Wenn auch die feinen Details des Objektes deckungsgleich erscheinen, ist das Fernglas optimal justiert. Dem Besitzer ist es damit vergönnt, sich noch lange an der wiedererlangten optischen Leistungsfähigkeit seines Instrumentes erfreuen zu dürfen.

Hallo,

ich habe ein Fernglas mit Doppelblick. Eine Anfrage beim Optiker hat folgende Antwort erbracht: Die Reparatur ist möglich. Aber meist ist durch den Schlag, der die Prismen verstellt hat auch der Tubus verzogen. In diesem Fall wäre die Reparatur sehr kostspielig. Stimmt es wirklich, dass meistens auch der Tubus verzogen ist? 

Hallo Buck,

es kommt darauf an die heftig der (Auf-)Schlag gewesen war. Oft reichen auch schon kleine Erschütterungen aus, damit sich die Prismen im Fernglas verstellen.

Wenn dein Fernglas über sogenannte Prismenschrauben verfügt, solltest du im ersten Schritt selbst versuchen, die Prismenpositionen anzupassen.

PS: An größeren Reperaturen oder einem neuen Fernglas verdient natürlich der Optiker mehr Geld, als für eine kleine Prismenkurrektor ;)


Bitte loggen Sie sich ein um einen Beitrag/Antwort auf dieses Thema zu verfassen: Einloggen oder Registrieren